eigentlich (Modalpartikel #6)

 

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eigentlich

“Eigentlich” wird ähnlich wie “denn” in Fragen verwendet. Aber anders als “denn” braucht “eigentlich” keinen direkten Anknüpfungspunkt in dem was vorher gesagt wurde.  Mit “eigentlich” beginnt der Fragende ein neues Thema.

Menschen mit Migrationshintergrund sind oft genervt von der Frage:

Aus welchem Land kommst du eigentlich?

Das nervt besonders, wenn man in Deutschland geboren ist und nur einen ausländisch klingenden Namen hat, weil die Eltern oder Großeltern aus dem Ausland gekommen sind. Aber genau wie “denn” signalisiert “eigentlich”  das Interesse der fragenden Person. Man könnte auch sagen, und so wird es auch oft gesagt:

Was ich dich immer schon mal fragen wollte: Aus welchem Land kommst du eigentlich?
oder:
Sag mal, aus welchem Land kommst du eigentlich?

Hier haben dann gleich auch noch “mal” – dazu gibt es einen eigenständigen Artikel.

“Eigentlich” drückt aufgestaute Neugierde aus. Es ist gut kombinierbar mit “denn”. Bei der Kombination kommt “denn” immer zuerst:

A.: Ich finde es schrecklich, dass ich immer wieder zum Ausländeramt gehen muss.
B.: Was hast du denn eigentlich für einen Aufenthaltstitel?

“Denn” knüpft in diesem Beispiel an das an, was A. gerade gesagt hat, und “eigentlich” drückt aus, dass B. sich schon länger gefragt hat, welchen Aufenthalstitel A. hat, aber bisher keine Gelegenheit fand, danach zu fragen.

 

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