Indirekte Rede: Übung 2 – direkte Rede in indirekte Rede umwandeln

ZDF-Fernsehinterview mit dem Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn

Interview Übung
ZDF: Herr Spahn, die Ministerpräsidenten der Länder haben gestern mit der Bundeskanzlerin noch strengere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus beschlossen. Hätte diese Verschärfung nicht schon viel früher kommen müssen?
Spahn: Aus heutiger Sicht wäre es zweifellos sinnvoll gewesen, die Bremsen schon zwei oder drei Wochen früher anzuziehen. Aber wir haben seinerzeit noch gehofft, dass die bis dahin ergriffenen Maßnahmen ausreichend wirken würden. Der Anstieg der Infektionen ist ja auch zunächst gestoppt worden. Niemand konnte voraussehen, dass es dann mit den Infektionen doch wieder aufwärts gehen würde.
ZDF: Finden Sie nicht auch, dass die Kontaktbeschränkungen für ältere Menschen sehr hart sind? Vor allem für diejenigen, die allein leben und nun vielleicht ihre Angehörigen über die Feiertage gar nicht sehen dürfen, sind die Maßnahmen doch eine große Belastung!
Spahn: Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Das ist ein weiterer Grund, weshalb diese Einschränkungen nicht früher beschlossen wurden. Weihnachten ist nun einmal in Deutschland das Fest, zu dem Familien zusammenkommen. Solche Treffen einzuschränken ist ein sehr tiefer Eingriff in das Leben der Menschen. Das kann die Politik nur verantworten, wenn es unbedingt notwendig ist. So etwas kann man nicht beschließen, nur weil es vielleicht besser ist. Es muss wirklich klar sein, dass es nicht anders geht.
ZDF: Erwarten Sie, dass noch in diesem Jahr ein Impfstoff gegen das Virus zur Verfügung stehen wird?
Spahn: Ich hoffe, dass die ersten Impfungen noch vor dem Jahreswechsel beginnen können. Man muss sich aber darüber klar sein, dass das zunächst wenig an der Situation ändern wird. Wir können die Kontaktbeschränkungen nicht lockern, bloß weil es einen Impfstoff gibt. Die Impfungen werden die Pandemie erst eindämmen, wenn große Teile der Bevölkerung eine Impfung erhalten haben. Das wird einige Monate dauern. Es macht keinen großen Unterschied, ob wir mit dem Impfen im Dezember oder im Januar beginnen.
ZDF: Herr Spahn, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.